Wie lange dauert es, in einem Kampfsport wie Muay Thai, Kickboxen, Boxen oder MMA gut zu werden?

Wochen? Wohl kaum. Monate? Vielleicht. Jahre? Höchstwahrscheinlich. In erster Linie hängt es an dir. Wie oft bist du bereit zu trainieren? Wie viele Stunden am Tag? Zwei Fragen, die du dir stellen solltest, um einzuschätzen, wie lange du brauchst. Setz deine Prioritäten richtig und streich alles, was dich davon abhält! Hart trainieren zu wollen und es zur Priorität zu machen sind die ersten Schritte. Damit allein ist es aber nicht getan. Es gehört mehr dazu, und darum geht es weiter unten.

Was Videostudium bringt

Ich sage meinen Schülern immer, wie wichtig es ist, Videos zu studieren. Heute findest du auf YouTube und in anderen Netzwerken unzählige Trainings- und Kampfvideos, von denen du lernen kannst. Mach dir aber nichts vor. Ja, ich sage dir, dass dir Trainings- und Kampfvideos von Profis helfen und dich leiten. Es ist trotzdem nur ein Stück vom Kuchen. Weil kein Trainer mit geschultem Auge daneben steht und deine Fehler korrigiert, gewöhnst du dir dabei leicht schlechte Angewohnheiten an. Es gibt großartige Inhalte da draußen, aber auch furchtbar falsche Lehrvideos von Amateuren.

Meine Empfehlung: Frag deinen Trainer oder die Profikämpfer in deinem Gym, was sie dir zum Anschauen empfehlen und wem du folgen solltest. Muay Thai in der Klasse bei einem guten Trainer, dazu die zusätzliche Arbeit mit Kampf- und Trainingsvideos von Profis: Das beschleunigt deinen Weg enorm.

Die Extrameile

Was kannst du sonst noch tun, das dich außer Zeit nichts kostet?
Etwas, das ich an meinen Schülern sehr mag: wenn sie 20 bis 30 Minuten länger bleiben und das üben, was ich in der Klasse gezeigt habe. Mit einem Partner, am schweren Sack oder einfach vor dem Spiegel. Du bekommst raus, was du reinsteckst.

Du hast gerade den rechten Mid Kick gelernt? Dann geh an den Sack und schlag ihn hundertmal einzeln, um Hüftrotation, Fußdrehung, Armschwung, Kinn runter und die Deckung des anderen Arms zu verbessern, um nur ein paar Punkte zu nennen.

In einem guten Gym kommt bald jemand Erfahreneres zu dir und gibt dir einen Tipp. Wie du erkennst, ob du im richtigen Gym bist, schreibe ich in einem eigenen Beitrag, damit du nicht an Abzocker gerätst. Ein paar Punkte für deine Checkliste hast du jetzt schon. Wir sind aber noch nicht fertig.

Den richtigen Partner finden

Das ist wahrscheinlich der beste Weg, schnell zu lernen und besser zu werden. Jeden Tag wird das nicht klappen. Nutze die Gelegenheiten, die du bekommst. Wenn es ans Partnerfinden geht, such dir einen der besten Kämpfer dort aus. Profis trainieren natürlich meistens mit anderen Profis. Ich persönlich habe Respekt vor jedem, der bereit ist, aus seiner Komfortzone zu gehen, um zu lernen und besser zu werden.

Wenn du das Glück hast, mit einem Profi zu trainieren, gib dein Bestes und hab keine Angst. Ob richtig oder falsch ist egal, solange du dich reinhängst. Es wird anstrengend, im Sparring oder in einer schnellen Übung mitzuhalten. Mit der Zeit gewöhnst du dich an das höhere Tempo, kommst mit weniger Pausen aus und wirst unter Druck kontrollierter. Verlier bei allem Einsatz nie den Respekt, denn diese Person könnte dich jederzeit auseinandernehmen, wenn sie wollte.

Fordere ihn oder sie klug und technisch, und setz keine Kraft ein, um wehzutun.
Dann lässt man dich lernen, zeigt dir, woran du arbeiten musst, und sagt dir vielleicht auch wie. Nimm die Lektion mit und arbeite nach dem Training daran!

Was sind deine Erfahrungen mit erfahreneren oder weniger erfahrenen Trainingspartnern? Hilfst du ihnen weiter oder gibst du einfach dein Bestes?